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Wir freuen uns euch heute ein Interview mit Stephan Weidner präsentieren zu dürfen, welches wir am 06. Mai 2008 geführt haben. Vielen Dank noch mal an Stephan für seine Zeit und die ehrliche Beantwortung unserer Fragen. Viel Spaß beim lesen wünscht euch das gesamte ADIOZ.DE - Team.

ADIOZ.DE: Gratulation zum Einstieg in die Charts auf Platz 2, das ist natürlich ein absoluter Hammer.

Stephan: Das ist ein Hammer, ja, danke.

ADIOZ.DE: Die erste Frage wäre, wie du so mit dem Ergebnis deines Albums zufrieden bist oder ob dich noch ein paar Sachen stören, die man im Nachhinein doch hätte verbessern können?

Stephan: Nein, ich glaube es wird jedem Musiker immer so gehen, dass er sicherlich in der Nachbetrachtung Sachen hört, die er gerne anders gemacht hätte oder ihn Kleinigkeiten stören. Ob das soundtechnische Dinge sind oder ob das hier und dort eine andere Harmonie ist, irgendein Element ist, dass hier und dort zu laut ist aber ehrlich gesagt diese ganzen Dinge hört man nach drei Wochen nicht mehr, dann sagt man okay, dann hat man das Ergebnis so akzeptiert wie es ist. Das habe ich getan und bin unterm Strich sehr, sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

ADIOZ.DE: Ja, das freut mich doch. Wie hast du die Resonanz allgemein auf das Album aufgenommen von den Leuten? Da ist ja doch sehr viel gekommen im Forum und auch als Kommentare und so und ich bin mir sicher auch auf anderen Seiten.

Stephan: Ja also, ich hab das ja auch gestern schon im Blog kurz kommentiert, dass ich wahnsinnig überrascht war von der breiten positiven Reaktion. Um ehrlich zu sein musste ich bei jedem Onkelz-Album wesentlich mehr Kritik einstecken als dieses mal und das hätte ich so in der Form dann doch nicht gedacht. Das hat mich sehr überrascht, natürlich total positiv und motiviert mich natürlich jetzt auch dahingehend eine schöne Tour im November zu spielen. Das ist für mich der eigentliche Erfolg. Die 2 oder die Verkaufszahlen, das ist das Eine aber viel wichtiger ist, dass die Leute, die das Album haben, ob das nun 500, 5000 oder 50.000 Leute sind, dass die Leute, die das Album haben, dass die es gut finden und das Ziel habe ich wohl erreicht und das freut mich natürlich wahnsinnig.

ADIOZ.DE: Du hast gerade die Tour ja schon angesprochen und hast es gestern auf der Seite angekündigt, dass es die Tour auf jeden Fall geben wird. Kannst du dazu schon genaueres sagen, was du dir so vorgestellt hast?

Stephan: Ich kann dazu noch gar nichts sagen. Ich habe es tatsächlich auch erst gestern so dann für mich jetzt so gesagt „Okay, jetzt machen wir das.“ und dazu kann ich noch gar nichts sagen. Also, ich denke mal dass es realistisch, vorplanungstechnisch irgendwie gesehen, da brauchen wir ein bisschen Vorlauf und ich denke, dass es so auf eine November-Geschichte hinauslaufen könnte. Aber wie gesagt, alles was ich jetzt sage ist kein Fakt und alles noch nicht in irgendeinem grünen Bereich und nichts worüber ich definitiv reden kann. Wir reden von einer Tour. Wir reden von einer Tour im Herbst und mehr kann ich dazu eigentlich noch nicht sagen. Natürlich hoffe ich, dass ich viele Musiker, die auf dem Album mitgewirkt haben dazu überreden kann auch live mit mir zu spielen und dann wird das glaube ich eine ganz coole Geschichte.

ADIOZ.DE: Das ist richtig, mit Sicherheit. Wo wir gerade dabei sind. Du hast ja sehr viel Unterstützung gehabt auf dem Album, unter Anderem von verschiedenen Gastmusikern. Welche Parts hast du denn komplett noch selbst gemacht, klar, den Gesang, das hört man ja, was hast du sonst noch alles selbst gemacht?

Stephan: Da muss man schon noch differenzieren. Die Songs haben schon gestanden bevor die anderen Musiker dazu gekommen sind und dementsprechend ist von kompositorischer Seite da sehr wenig passiert was meine Mitmusiker betrifft, ausgenommen natürlich der Rupert Keplinger, der mit mir auch im Songwriting tätig war und all das was ich in Demoversionen ausgearbeitet hatte mit mir überarbeitet hat und da auch in Songwriter-Hinsicht mitgewirkt hat. Alles andere waren letztendlich Leute, die hier im Studio mitgespielt haben und sich an den Sachen versucht haben, die wir vorgelegt haben. Dementsprechend hält deren Einsatz sich in Grenzen, war aber, wie soll ich sagen, die Atmosphäre, die entstanden ist oder einfach die Zusammenarbeit, das war eigentlich das Nette. Der Spirit, der von den Leuten rein getragen wurde und natürlich auch immer, jeder Musiker hat eine ganz eigene Art zu spielen und so was fließt natürlich schon in einen Song mit ein und der Einzige, der so wirklich freie Bahn hatte da Gitarre zu spielen, das war der Jakob Binzer von D.A.D., der tatsächlich die Gitarren, die von mir nur in Demoversionen gelayoutet waren dann komplett geändert hat und da so eine schöne, gezupfte, jazzweisige Gitarre reingespielt hat bei „Ein Lied für meinen Sohn“.

ADIOZ.DE: War auf jeden Fall sehr interessant, was da so dabei rausgekommen ist mit den ganzen Elementen.

Stephan: Ja klar, wenn die Jungs von Pro Pain an einem Song spielen, dann wird der natürlich diese 5 – 10% aggressiver als das, was vorher auf Band gewesen ist und wenn jemand wie Jakob Binzer von D.A.D reinkommt, dann bringt der da auch seinen Wein mit rein. Ich will deren Beitrag nicht schmälern aber ich sag mal kompositorisch gesehen war der Einsatz dann doch eher geringer.

ADIOZ.DE: Hast du denn einen persönlichen Lieblingssong auf dem Album, wo du sagst „Das ist definitiv meine Nummer Eins. Das ist DER Song überhaupt.“?

Stephan: Nein, ehrlich gesagt geht es mir da wie bei allen Onkelz-Alben auch. Die Songs wechseln. Im Augenblick höre ich sehr gerne „Tränenmeer“ beispielsweise und davor hab ich „Zwischen Traum und Paralyse“ gerne gehört oder keine Ahnung, ich habe da wirklich keinen Favoriten, das wechselt sich von Tag zu Tag ab.

ADIOZ.DE: Stimmlich ist mir auch schon damals bei „Regen“ aufgefallen, zum Beispiel bei den Onkelz oder jetzt auch: Du arbeitest sehr viel mit Effekten auf deiner Stimme. Es ist also nicht so, dass man die Stimme einfach so lässt wie sie ist, wie bei anderen Bands vielleicht. Hat das besondere Gründe? Hast du es schon mal ohne Effekte versucht oder gefällt es dir dann nicht mehr?

Stephan: Naja, auf dem Album sind ja jede Menge Songs ohne Effekte dabei. Ich nehme mal „Zwischen Traum und Paralyse“, da ist fast gar nichts außer Stimme drauf und so könnte ich jetzt noch drei, vier andere Songs nehmen, auch „Asche zu Asche“, da kommen zwar hier und dort immer noch mal kleine Stimmeffekte vor aber das ist schon meine natürliche Stimme. Dann gibt’s wiederum Songs die halt eben auf Grund der Dramaturgie, die ich erzeugen möchte einfach komplett mit Effekten belegt sind aber um ehrlich zu sein bzw. meine Meinung ist nicht die, dass ich auf jedem Song Stimmeffekte drauf habe. Wenn dann mache ich das dem Song zu liebe und nicht weil ich den Song nicht anders singen könnte oder so was. Das ist einfach eine Sache: Ich will eine Atmosphäre erzeugen und wenn ich die durch einen Effekt erzeugen kann, der auf meiner Stimme liegt, dann tue ich das. Wenn ich der Meinung bin, der Song braucht das nicht oder der braucht jetzt einfach tatsächlich meine ganz natürliche Stimme unbearbeitet, wie beispielsweise „Zwischen Traum und Paralyse“, dann ist das für mich auch total okay. Das hat nichts mit meiner Stimme zu tun sondern eher einfach etwas mit der Dramaturgie, die ich in dem Lied erzeugen möchte.

ADIOZ.DE: Jetzt kommen wir zu der Frage, die eventuell unangenehm ist, eventuell aber auch nicht. Es geht um den Song „Mein schlimmster Feind“. Das ist ja mit Sicherheit einer der momentan am meist diskutierten Songs und worüber auch am meisten spekuliert wird. Viele vermuten, dass er was mit Gonzo zu tun hätte und eine Art Abrechung ist. Magst du dazu was sagen?

Stephan: Nein, dazu will ich nichts sagen. Es ist definitiv kein Lied an die Presse.

ADIOZ.DE: Wie ist eigentlich der Albumtitel „Schneller, Höher, Weidner“ entstanden? Gab es da einen speziellen Hintergrund?

Stephan: Dieses Sprichwort ist hier schon seit ein paar Jahren eine Art „Running Gag“. Als ich mich damit beschäftigen musste; „Wie nenn ich mich denn eigentlich?“, „Nenne ich das Album ‚Weidner’ oder ‚Stephan Weidner’ oder arbeite ich unter einem Synonym?“ kam halt dieser Spruch wieder auf, weil ich halt einfach gedacht habe ich möchte mich jetzt nicht in diese Grönemeyers und Westernhagens und keine Ahnung mit meinem Nachnamen einreihen sondern dachte einfach, dann nehme ich einfach mal den Spitznamen den mir hier meine Freunde gegeben haben, nämlich „Der W“. Dann dachte ich mir wiederum „Wäre ja cool wenn irgendwo auch dein Name auftauchen würde.“ und so konnte ich das mit „Schneller, Höher, Weidner“ und „Der W“ ganz gut verbinden und ich denke da haben wir die optimale Mischung gefunden.

ADIOZ.DE: Mit Sicherheit, ja, ist auf jeden Fall sehr prägnant und einprägend.

Stephan: Es ist natürlich immer, ich meine klar, ich polarisiere sowieso und wenn ich dann natürlich mich in der dritten Person, mein Synonym in der dritten Person wähle plus dass ich dann „Schneller, Höher, Weidner“ gar nicht großkotzig mein Album benenne kann man das natürlich gut oder scheiße finden. Dafür habe ich auch totale Verständnis und das soll jeder denken wie er möchte.

ADIOZ.DE: Wie wird es jetzt bei der weiter gehen? Was sind die Pläne für die Zukunft? Was erwartest du noch? Hast du dir schon Gedanken gemacht ob du das eventuell noch mal toppen kannst in Zukunft?

Stephan: Nein, also wie gesagt, im Augenblick stecke ich ja schon wieder in einer anderen CD-Produktion. Dann denke ich jetzt noch bis zur Tour im Herbst und danach möchte ich gerne mal den Hammer fallen lassen und mich mal um meine Family kümmern und mal gar nichts machen. Dementsprechend war’s das jetzt erstmal für mich. Ich brauche jetzt einfach mal dringend eine Pause und meine Familie braucht mich und der würde ich gerne mal gerecht werden.

ADIOZ.DE: Verständlich. Was ist eigentlich aus dem Projekt „Nordend Antistars“ geworden? Das ist ja damals mit Daniel Wirtz zusammen gegründet worden. Er hat ja jetzt auch sein Solo-Album „11 Zeugen“ rausgebracht. Könntest du dir vielleicht sogar vorstellen eventuell mit ihm zusammen etwas zu machen auf Tour, dass er seine Songs präsentiert, du deine um eventuell am Ende sogar unter „Nordend Antistars“ zusammen noch einmal auf die Bühne zu kommen?

Stephan: Das kann ich mir jetzt gerade eben nicht vorstellen, um ehrlich zu sein.

ADIOZ.DE: Okay, da gäbe es also auch nichts was da jetzt neu noch einmal irgendwie besprochen worden wäre?

Stephan: Es läge natürlich jetzt nahe da zur EM sich noch etwas aus den Fingern zu saugen oder Altes aufzubereiten. Ehrlich gesagt, ich bin echt erschöpft irgendwie. Ich habe jetzt die letzten zwei Jahre irgendwie ununterbrochen in Studios verbracht und ich kann sie grad nicht mehr sehen. Ich bin, wie gesagt, jetzt schon wieder in eine neue Produktion reingerasselt und dementsprechend habe ich echt die Schnauze voll und möchte hier einfach nur raus und befasse mich gar nicht mit dem Gedanken jetzt noch einmal für die EM da aktiv zu werden bezüglich der Nordend Antistars. Ich wünsche Daniel natürlich alles Gute mit seinem Album, der ist ja auch grade auf Tour. Aber ich glaube zumindest zu dieser EM haben wir nichts beizutragen.

ADIOZ.DE: So, dann kommen wir mal ein bisschen von dem Album weg und gehen mal so auf die anderen Sachen die du machst ein. Zum Beispiel deine Kollektion, die „W-Couture“. Wie Zufrieden bist du da mit dem Stand, wie es da so gelaufen ist. Da sind ja auch viele Diskussionen aufgetaucht, dass die Preise so teuer wären. Dazu hattest du dich ja schon geäußert, dass das ja auch keine Mode für Jedermann sein soll. Was kannst du denn dazu sagen?

Stephan: Ja, nichts, was ich nicht schon gesagt hätte. Es ist einfach so, dass es ein Gag für mich war, ein Seitenprojekt irgendwie, wo ich eine Facette des Stephan Weidners irgendwie auslebe und dass das jetzt nicht irgendwie ein massenkompatibles Produkt ist, ist vollkommen klar, dazu sind die Sachen einfach limitiert, dazu habe ich auch gar keine Ambition es irgendwie an die große Glocke zu hängen und daraus resultieren auch eben diese Preise. Es ist mir, wie gesagt, so was von scheißegal was die Leute damit machen oder nicht machen. Entweder finden sie es gut und können den Spaß an diesen Shirts mit mir teilen oder sie können es nicht oder sie können es sich nicht leisten, auch vollkommen okay. Ich meine, ich zwinge die Sachen ja niemandem auf. Dementsprechend sollen die Leute damit machen was sie wollen, das interessiert mich nicht. Ich habe auf jeden Fall zumindest für die nächsten fünf Jahre genug zum anziehen und so sehe ich die ganze Sache (lacht).

ADIOZ.DE: Ja, schön. Auf deiner Seite, der letzte Forenbeitrag von dir ist nun auch schon etwas länger her. Du hast dich dann früher doch relativ häufiger mal geäußert gehabt. Liest du denn trotzdem die aktuellen Themen und Beiträge die da so, jetzt grade auch in Bezug auf die neue Scheibe da rum geistern noch mit?

Stephan: Ja klar. Ich lese auf jeden Fall mit. Ich lese immer mit. Ich lese auch nicht nur meine eigene Seite, ich lese auch die anderen Foren, die sich mit dem Thema Onkelz oder Weidner beschäftigen. Natürlich tue ich das. Es ist einfach nur so, dass ich mich momentan nicht so in der Verfassung dazu fühle irgendwie zu allem Mist meinen Senf abzugeben. Ich denke das kann auch nicht im Sinne des Erfinders sein. Die Leute müssen auch ohne den Input von mir leben und können es glaube ich ganz gut und es ist mir einfach zu viel stress auf alles antworten zu müssen. Zumal meine Erfahrung auch die ist, sobald ich mich zu Wort melde so eine Art, wie soll ich sagen, „Das muss er jetzt immer tun“-Gefühl entsteht. Das heißt, wenn ich jemandem meinen kleinen Finger gebe möchten die Leute meine ganze Hand und sind dann stinkesauer wenn dann nichts mehr kommt und deshalb habe ich einfach festgestellt, dass ich besser fahre in dem ich den Ball flach halte was meine Postings in den Foren betrifft und damit auch besser fahre weil damit die Erwartungen einfach nicht so hoch sind.

ADIOZ.DE: Das kann ich verstehen. Das kennt man ja grade wenn man einmal auf etwas geantwortet hat und dann darauf wieder eine Gegenfrage kommt.

Stephan: Ja klar. Dann ist der Andere sauer weil ich auf seine Frage eben nicht eingehe und ehrlich gesagt bin ich auch der Meinung; vieles ist einfach auch meine Privatsphäre. Was ich die Leute wissen lassen möchte, konnte ich jetzt im Rahmen meines Albums tun. Alles andere ist auch mein privater Kram. Was interessiert es die Leute was ich grade für eine Platte höre, was ich mir grade aufs Brot schmiere oder mit wem ich grade irgendwie oder sogar in der Nase popele? Ich finde das ist verdammt noch mal meine Privatsphäre und die möchte ich halt auch nicht bis zum erbrechen nach außen kehren. Den Respekt sollte man mir gegenüber auch haben und Verständnis dafür haben, dass ich mich freue, dass ich nicht einer dieser Stars bin, die die ganze Zeit durch die Gazetten geistern und von denen jeder ein Stück haben möchte. Ich halte mich da lieber ein bisschen bedeckt und gebe das preis, was ich preisgeben möchte und der Rest ist verdammt noch mal meine Privatsache.

ADIOZ.DE: Das ist richtig, Privatsphäre wird ja doch dann teilweise nicht mehr so geschätzt. Du hast eben schon mal kurz die EM angesprochen in Bezug auf die Nordend Antistars. Wie ist denn dein Tipp für die Fußball-Europameisterschaft? Was denkst du wird Deutschland erreichen bzw. wer wird Europameister werden?

Stephan: Ich glaube nicht, dass es den Deutschen noch mal gelingen wird so eine überraschende Rolle zu spielen wie bei der WM im eigenen Land, wo sie von den eigenen Fans ins Finale getragen wurden. Allerdings, keine Ahnung, mit ein bisschen Glück, ich meine die anderen Mannschaften kochen auch nur mit Wasser. Es ist wahnsinnig schwer zu sagen. Also, ich denke, dass man ganz realistisch können wir zwar um die EM mitspielen wenn wir optimale Leistung abrufen können aber es wird verdammt schwer.

ADIOZ.DE: Wir nähern uns auch langsam dem Ende. Was ich noch auf jeden Fall auf dem Herzen habe ist das Thema Jugendgewalt. Das wird ja momentan immer wieder durch die Presse getragen. Selber hattest du ja auch, genau wie deine Kollegen, ich sag mal, auch eine sehr gewalttätige Jugendzeit hinter dir. Wie siehst du das Ganze heute und was würdest du diesen Jugendlichen, die da die ganze Zeit sinnlos Lehrer verkloppen und alles Mögliche, mit auf den Weg geben, wenn du könntest?

Stephan: Es ist ganz interessant, dass du das Thema grade ansprichst. Ich plane ja jetzt im Juni ein kleines Projekt, wo ich dann auch mit einem Soziologen in Schulen gehe und genau über dieses Thema diskutiere. Das Projekt nennt sich „Voice vs. Violence“ und ich denke, dass es da schon eine ganz, ganz bedenkliche Entwicklung gibt irgendwie und habe einfach das Bedürfnis da schon auch meine Erfahrungen zu teilen und hoffe natürlich, dass, ohne dass man den Leuten mit dem Zeigefinger droht und „Du, das darfst du nicht!“ irgendwie anhand des eigenen Beispiels, zumindest eine Anregung gibt darüber nachzudenken ob das so richtig ist was ich da tue. Ist Gewalt in Ordnung oder gibt es nicht tatsächlich auch andere Möglichkeiten sich Luft zu verschaffen. Da würde ich gerne meine Erfahrungen mit den Jugendlichen teilen und bemühe mich da im Juni. Im Juni fangen wir damit an und ich hoffe natürlich, dass das eine Veranstaltung wird, die wir öfter wiederholen können. Das hängt aber natürlich auch ab von der Mitarbeit der einzelnen Kultusministern und Schulen ab. Ich denke schon, dass es meine Aufgabe ist da mit den Leuten und mit den Kids heute drüber zu reden und ihnen auch eine Perspektive zu geben und ihnen mitteilen zu können, dass es da draußen genügend andere Möglichkeiten gibt wie man sich Selbstbewusstsein und Gehör verschaffen kann, ohne dass man seinem Gegenüber auf die Fresse hauen muss.

ADIOZ.DE: Das ist richtig. Der Spiegel hatte ja auch in seinem Interview gesagt, das habe ich mir auch durchgelesen, da hat er dich ja auch gefragt ob Stephan Weidner dafür zur Verfügung stehen würde solchen Personen zu helfen. Da hast du ja auch schon gesagt, dass das definitiv so ist. Daraufhin ist der Kontakt aber nicht erst zustande gekommen, nehme ich mal an.

Stephan: Nein, leider ist die Diskussion im Spiegel sowieso nicht so verlaufen, wie ich mir das gewünscht hätte und das ganze Interview ist nicht so verlaufen wie ich mir das gewünscht hätte und diese Diskussion auch über Jugendgewalt hätten wir natürlich auch gerne in dem Zusammenhang mit dem was ich eben gesagt habe, da hätte man gerne drüber sprechen können. In Verbindung mit meinem Album war es total verschwendete Zeit im Nachhinein. Ich denke in der heutigen Zeit über Rechtsrock und solche Dinge zu reden ist einfach total schwachsinnig und an den Haaren herbeigezogen. Es gibt ganz andere Problematiken über die wir reden sollten und leider Gottes hat es der Spiegel mal wieder versäumt die Themen richtig zu wählen.

ADIOZ.DE: Definitiv. Das war eher ein „wieder in eine Ecke drängen, wo man ihn hin haben möchte“.

Stephan: Ja, also einfach billig. Aber wie gesagt, es ist nicht das erste Mal, dass ich diese Erfahrung mache.

ADIOZ.DE: Ja, ansonsten: Du hast dich ja nach Irland zurückgezogen, das ist schon länger her, mittlerweile schon ein paar Jährchen. Wie ist es dazu gekommen grade Irland auszuwählen?

Stephan: Naja, wie kommt es zu so was? In erster Linie wollte ich einfach woanders hin. Auf Irland konnten wir uns auch alle einigen, damals sind wir, alle Onkelz, nach Irland gezogen und mittlerweile sind wir natürlich in ganz Europa bzw. auch, Gonzo jetzt in Uruguay, auf der ganzen Welt zerstreut. Aber, keine Ahnung, Irland ist ein unheimlich musikalisches Land und ein Land, das unheimlich viel Melancholie und Mystik ausstrahlt, was grade für mich als Texter inspirierend ist. Unheimlich offene und nette Menschen leben dort. Das hat letztendlich den Ausschlag gegeben für Irland. Unterm Strich kannst du mich an jedem Ort der Welt absetzen und ich werde dort meinen Spaß haben.

ADIOZ.DE: Abschließend möchte ich dir auf jeden Fall für das Interview danken, dass du dir die Zeit genommen hast. Die letzten Worte werde ich dir überlassen. Vielleicht auch noch einen kleinen Gruß an die Leute von der Seite, die freuen sich mit Sicherheit auch.

Stephan: Ich danke dir für die Fragen und hoffe dass das Interview deiner Seite einen kleinen Push verschafft. Grüß alle die es lesen und ich hoffe, dass ich viele von euch auch auf der kommenden Tour sehen kann.

ADIOZ.DE: Mit Sicherheit. Da sind wir gespannt drauf, warten was da kommen wird und wer weiß was die Zukunft bringt. Vielleicht hört man sich dann noch mal, je nach dem wie es weiter geht bei dir.

Stephan: Sobald es etwas Neues gibt, bin ich mir sicher, erfahrt ihr es sowieso.

ADIOZ.DE: Dann wünsche ich dir und deiner Familie alles Gute!

Stephan: Danke.

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Eintrag: 19.10.2011
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Thema:
Böhse Onkelz - Lieder wie Orkane - Neue CD + DVD Box


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